Ausschnitt aus

dem Interview,

durchgeführt von

Aleksandra Adamska.

Quelle (in polnischer Sprache): http://www.wirtualnezory.pl/malarka-dzwiekow

Wie gestaltet sich dein Schaffensprozess?

Es ist ein sehr zeitaufwendiger Prozess, obgleich ein sehr faszinierender. Ich versuche immer möglichst regelmäßig zu schreiben. Ich muss sicherlich erstmal eine Idee haben, für das Werk und die von ihm ausgehende Wirkung. Ich versuche bereits am Anfang einen Abriss der gesamten Komposition zu entwerfen. Ich denke darüber nach, was sich in ihm ereignen soll. Dann wähle ich mein Instrumentarium – eine Besetzung, die meine Idee am besten widerspiegelt. Danach folgt die harte Arbeit, die einen zwar sehr in Anspruch nimmt, aber auch viel Befriedigung mit sich bringt.

Wie war es im Fall von Continuum?

In Continuum wollte ich den Aspekt der Kontinuierlichkeit mithilfe der Klangsprache zeigen. Ich habe versucht, mich mit dem Prinzip des unaufhörlichen Andauerns auseinandersetzen. Nichts mehr! Ich verspüre kein Bedürfnis das, was ich schreibe, zu konkretisieren. Die Sprache der Musik ist eine Sprache, die mehr als das Wort auszudrücken vermag. Die Musik spricht durch ihre Klänge sich selbst aus. Das Fehlen einer in Worte gefassten Beschreibung erweitert eigentlich die Möglichkeiten der Interpretation des Musikstückes. Das gibt Freiheit.

Jeder Künstler hat seine Meister. Wer sind deine?

Es sind Lutosławski und Stravinsky. Ich blättere in ihren Partituren. Man soll von den Besten lernen. In der Malerei, wenn ein Schüler gut malen möchte, geht er zum Meister für die Lehre. Er kopiert Gemälde. Genauso ist es in der Musik. Um diese Materie kennenzulernen, muss man sich in sie vertiefen. Ich will sie aber nicht nachahmen, sondern näher kennenlernen.

Verspürst du manchmal eine Art künstlerische Unruhe, d.h. du arbeitest an einem Stück und möchtest es stets perfektionieren? Du verbesserst es ständig und bemühst dich es noch besser zu gestalten?

Natürlich. Es ist schwierig, die Arbeit an einem Werk abzuschließen. Es bleibt immer Verbesserungspotential. Aber man soll nicht bis ins Unendliche korrigieren. Ich versuche immer Distanz und den gesunden Menschenverstand zu bewahren.

Man sagt, man drücke sich selbst in gewisser Weise in der Musik aus. Was möchtest du mitteilen? Welche Emotionen möchtest du ausdrücken?

Das ist eine komplexe Frage. In der Musik teile ich alles mit, was ich sehe und empfinde. Es ist schwer, das irgendwie eindeutig zu beschreiben. Wenn ich es mit Worten fassen könnte, würde ich wahrscheinlich dichten und nicht komponieren. Die Musiksprache ist dafür beschaffen, Stimmung, Emotionen und Gefühle zu kreieren. Meistens teile ich nicht präzisierte Dinge mit und habe keine konkreten Bezüge.